UPDATE: Coalition Statement on New #MuslimBan in U.S.

Mar 16, 2017

UPDATE: A judge from the U.S. state of Hawaii just hours before the second #MuslimBan was to go into effect blocked the order on 15 March 2017.

We at The Coalition are delighted that the Trump administration’s self-evidently racist, Islamophobic Muslim Ban 2.0 has been recognized as such by the Hawaii district court. The judge’s ruling noted that the administration’s “illogic … is palpable” and that the ban is “fundamentally flawed.” We agree wholeheartedly. This is why we and hundreds of thousands of others around the world have taken to the streets to resist this policy and its predecessor, as well as disturbingly analogous deportation policies here in Europe, and will continue to do so as long as necessary.

Wir, die Mitglieder*innen von The Coalition, sind erfreut, dass das Hawaiianische Landesgericht das Reiseverbot für Menschen aus mehrheitlich muslimischen Ländern, genannt Muslim Ban 2.0, als offensichtlich rassistisch und islamophob erkannt hat. Das Urteil des Gerichts bemerkte, dass das Fehlen jeder Logik greifbar und dass das Reiseverbot von Grund auf fehlerhaft sei.  Wir stimmen dem von ganzem Herzen zu. Deswegen sind wir und hunderttausende Andere auf der ganzen Welt auf die Straßen gegangen, um dieser Politik unseren Widerstand zu zeigen, genau wie den erschreckend ähnlichen Mustern der Abschiebepolitik hier in Europa, und wir werden aufstehen so lange es nötig ist.

 

The Coalition’s original statement against the second Muslim Ban follows below.

On Monday, 7 March 2017, the President of the United States signed a second Executive Order (EO) to ban the entry of citizens from selected Muslim-majority countries into the United States.

The changes in the new EO give credence to the hundreds of thousands of people throughout the world who protested against the original EO — in addition to US court rulings, the political opposition, private companies, and heads of foreign states that opposed the ban. The new EO represents a defeat for the US administration.

We stood together and protested that the EO

  • was unlawful and unconstitutional: The US administration didn’t attempt to defend itself in court, instead making an inadequate attempt to modify the first EO.
  • irresponsibly affected lawful permanent residents and visa-holders in the US: The new EO exempts them.
  • used discriminatory language against a religion, Islam: The language of the new EO uses new phrasing to try and hide its discriminatory intent against Islam, but continues to be unlawful and unconstitutional.
  • discriminated against refugees from Syria in violation of international law: The new EO treats Syrian refugees as it does any other refugees.
  • weakened international counter-terrorism and global security efforts by discriminating against the Iraqi people and their military forces, who are allied against the so-called Islamic State: The new EO removes Iraq from the list of targeted countries.
  • incorrectly argued that blanket bans against nationalities help prevent terrorism: A Department of Homeland Security report states that citizenship is not a reliable indicator of potential terrorist activity.

 

All of these points confirm that our protests were effectual and remain necessary. Bigotry and xenophobia, no matter how they are rewritten, continue to be bigotry and xenophobia. All the changes incorporated into the new EO are superficial and, despite a patina of legal language, offer no attempt whatsoever to address the unconstitutionality and unjustified selection of 6 Muslim-majority countries.

Furthermore, the suspension of the refugee program by means of the new EO will only result in increasing the suffering of a highly vulnerable people who pose no danger to the United States.

We will continue to protest the unlawful and unconstitutional religious discrimination that motivates this second #MuslimBan. As with the first, we will expose it for what it is and persist until it is repudiated.

We will not allow the United States to become a country that abuses the law by discriminating against religions, immigrants who are lawful residents, or refugees, violating the international responsibility to provide asylum to those who need it.

The Coalition Berlin

Am Montag, dem 7. März 2017, unterzeichnete der Präsident der Vereinigten Staaten eine zweite Verordnung über die Einreisesperre von Bürger_Innen ausgewählter Länder mit muslimischer Mehrheit in die USA.

Die Änderungen der neuen Verordnung sind eine Reaktion auf die vielen hunderttausend Menschen, die weltweit gegen die erste Verordnung protestierten, ebenso wie auf US-amerikanische Gerichtsentscheide und die Verurteilung der Einreisesperre durch die politische Opposition, Privatfirmen und führende Politiker anderer Länder. Die neue Verordnung ist somit eine Niederlage der US-Regierung.

Wir protestierten gemeinsam gegen die Verordnung, weil:

– sie rechtswidrig und verfassungswidrig ist: Die US-Regierung versuchte nicht, sich vor Gericht zu verteidigen, stattdessen modifiziert sie die erste Verordnung auf unzureichende Weise.

– sie sich auf unverantwortbare Weise auf Menschen, die sich rechtmäßig in den USA aufhalten oder über Visa verfügen, auswirkte. In der neuen Verordnung sind diese Menschen ausgenommen.

– sie auf diskriminierende Weise über eine Religion, den Islam, sprach: Die neue Verordnung verwendet andere Phrasen, um die diskriminierende Absicht zu verschleiern, ist aber immer noch rechts- und verfassungswidrig.

– sie Geflüchtete aus Syrien diskriminierte und dabei internationales Recht verletzte: Die neue Verordnung behandelt syrische Geflüchtete wie alle anderen Geflüchteten.

– sie internationale Bemühungen gegen den Terrorismus und um globale Sicherheit schwächte, indem sie Menschen aus dem Irak und das irakische Militär diskriminierte, die im Kampf gegen den sogenannten „Islamischen Staat“ Verbündete sind: In der neuen Verordnung ist der Irak von der Liste betroffener Länder gestrichen.

– sie fälschlicherweise behauptete, dass pauschale Einreiseverbote gegenüber Nationalitäten dazu beitragen, Terrorismus zu verhindern: Ein Bericht einer Abteilung des US-amerikanischen Verfassungsschutzes zeigt, dass die Staatsbürgerschaft kein verlässlicher Indikator für eine potentielle terroristische Aktivität ist.

Alle diese Punkte bestätigen, dass unser Protest wirksam war und dass er weiterhin notwendig ist. Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit, in welcher (neuen) Form auch immer, bleiben Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit. Alle Neuerungen, die in die zweite Verordnung einflossen, sind oberflächlich und stellen trotz des Anstrichs rechtskonformen Ausdrucks keinerlei Versuch dar, an der Verfassungswidrigkeit und ungerechtfertigten Auswahl 6 mehrheitlich muslimischer Staaten etwas zu ändern.

Darüber hinaus wird die Aufhebung des Flüchtlingsprogramms durch die neue Verordnung nur eine Verschärfung des Leids von ohnedies schon hochgradig gefährdeten Menschen, die keine Gefahr für die Vereinigten Staaten von Amerika darstellen, nach sich ziehen.

Wir werden weiterhin gegen die rechts- und verfassungswidrige religiöse Diskriminierung protestieren, die diesem zweiten #MuslimBan zugrunde liegt. Wie die erste Verordnung werden wir diese zweite bloßstellen als das, was sie ist, und nicht lockerlassen, bis sie widerrufen wird.

Wir werden nicht zulassen, dass die Vereinigten Staaten ein Land werden, das durch die Diskriminierung von Religionen und Einwanderinnen und Einwanderern, die rechtmäßig in den USA leben, Recht und Gesetz missbraucht, während es dabei die internationale Verantwortung verletzt, Menschen Asyl zu gewähren, die dieses brauchen.
The Coalition Berlin